Startseite Abriss Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Linz  Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war in Linz für die Brandbekämpfung eine Pflichtfeuerwehr zuständig, der – mit wenigen Ausnahmen – jeder männliche Bewohner der Stadt angehören musste. Organisation und Hierarchie des Feuerlöschwesens wurden bis 1803 durch kurfürstliche Brandordnungen geregelt, die Oberaufsicht hatten sechs städtische Brandmeister, die jährlich gewählt wurden. 1803: Nach dem Übergang an das Fürstentum Nassau-Usingen galt die nassauische Feuerlöschordnung, in der für die Oberaufsicht über das Feuerlöschwesen das Amt des Feuerinspektors vorgesehen war, der vom Stadtrat ernannt wurde. Die Mannschaft bestand aus ca. 50-70 Personen, ausgestattet war sie mit einer Haupt- und zwei kleineren Spritzen sowie zwei großen und zwei kleineren Leitern. 1815: Nach dem Übergang an Preußen gab es wiederholte Neuordnungen der Pflichtfeuerwehr, die aufgrund von mangelnder Motivation und Befehlsüberschneidungen dennoch ineffektiv blieb. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Idee freiwilliger Löschcorps, meist zunächst als Turnerwehren aus den Reihen der Turnvereine. So auch in Linz, wo Bürgermeister Julius Lerner, der Gründungs- und Ehrenmitglied des Linzer Turnvereins von 1882 war, die Anregung zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr gab. 1. August 1885: Bürgermeister Lerner, Brandmeister Wilhelm Theberath und die vier weiteren Vorstandsmitglieder unterzeichnen die Satzung der neuformierten Wehr – dieser Tag gilt seitdem als offizielles Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Linz. 1890 zählte sie bereits gut 40 Mitglieder, wenige Jahre später bereits 50, 1897 59. Die Mitgliederzahlen bewegen sich seitdem – abgesehen von den Kriegsjahren – immer in etwa zwischen 40 und 50 Personen. 1889: Zur Ausstattung zählen u.a. sechs Spritzen, zwei Hydranten-, ein Geräte- und ein Schlauch-wagen. 1891: Gründung des Rheinischen Provinzial- Feuerwehrverbands in Linz. 1900: Bau des Steigerturms am Schoppbüchel. 1921: Feier des 25. Rheinischen Provinzial-Feuerwehr- Verbandstags in Linz. 1928: Bezug der neuen Gerätehalle am Schoppbüchel (im Erdgeschoß der 1931 eröffneten Jugendherberge). 1934: Neuorganisation der Freiwilligen Feuerwehren nach dem Führerprinzip. Vereinheitlich des äußeren Erscheinungsbilds, u.a. Einführung des Stahlhelms. Bildung von Pflichtfeuerwehren als Unterstützung der freiwilligen Wehren, 1936 auch in Linz gebildet. Ab 1943: Ausbildung von Feuerwehrhelferinnen, die in sog. Damenabteilungen zusammen mit nicht wehrfähigen Männern in den letzten beiden Kriegsjahren zum Brandschutz herangezogen wurden. 1945: Indienststellung des ersten Löschgruppenfahrzeugs, eines LF 25. 1948: Gründung einer Sterbekasse zur finanziellen Unterstützung der Angehörigen verstorbener Kameraden. Januar 1954: Großbrand am Halborn. Die Löscharbeiten werden durch starken Frost erschwert. 1960/61: Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung (TSF-T), eines Tanklöschfahrzeugs TLF 16 und einer Anhängeleiter mit 18 Metern Steighöhe. Oktober 1965: Großbrand bei der Firma Molti Juni 1970: Großbrand bei Firma Niedax. Januar 1970: Die Freiwillige Feuerwehr Linz wechselt im Zuge der rheinland-pfälzischen kommunalen Gebietsreform und der daraus resultierenden Bildung der Verbandsgemeinde Linz in den Zuständigkeitsbereich der Verbandsgemeinde. Zum 1. Januar 1975 werden alle Ortsfeuerwehren der Verbandsgemeinde Linz zu einer Verbandsfeuerwehr mit eigenem Wehrleiter zusammengeschlossen. Die Linzer Wehr wird zur Stützpunktfeuerwehr. 1968/69: Neubau der Gerätehalle am Schoppbüchel. Dezember 1978: Flutkatastrophe am Hummelsberg mit vier Todesopfern. 1979: Zwei Großbrände in der Neustraße innerhalb weniger Monate, bei letzterem stirbt eine Frau nach einem Sprung aus einem Fenster im Obergeschoss. 1981: Inbetriebnahme des ersten 2-Platz-Funktisches in der Linzer Gerätehalle. Mai 1983: Dachstuhlbrand im Hotel „Europäischer Hof“. Mai 1984: Absturz einer niederländischen Militärmaschine nahe des Linzer Krankenhauses am Roniger Hof. Der Pilot und eine Anwohnerin sterben. August 1985: 100. Stiftungsfest. 1988: Gründung der Jugendfeuerwehr der VG Linz. 1993 und 1995 extreme Hochwasser, das Januarhochwasser 1995 ist mit einem Höchststand von 10,55 Metern in Linz der längste Einsatz in der Geschichte der Linzer Wehr mit 462 Einzeleinsätzen innerhalb von 14 Tagen.1995: Nach dem Abbruch der ehemaligen Jugendherberge am Schoppbüchel wird die Feuerwehrgerätehalle erweitert und modernisiert, seit Mitte der 1990er Jahre wiederholt auch der Fuhrpark. Ausrüstung 2010 u.a.:   Löschgruppenfahrzeug 10/6   (LF 10/6)    Tanklöschfahrzeug 16/25  (TLF 16/25)    Rüstwagen 1  (RW 1)   Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche  (MTF-L)    Kommandowagen  (KdoW)   Anhängeleiter 16/4  (AL 16/4)    Mehrzweckboot  (MZB)    Rettungsboot 3  (RTB 3)    Rettungsboot 2 (Schlauchboot)  (RTB 2)    Hochwasserkahn  (HWK)   Tragkraftspritzenanhänger  (TSA)  Januar 2003: Dachstuhlbrand Burg Ockenfels, insgesamt neun Feuerwehren mit 101 Kameraden sind an den Löscharbeiten beteiligt. April 2009: Gründung des „Vereins der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Linz am Rhein e.V.“ Oktober 2009: Dachstuhlbrand und Evakuierung der Linzer Seniorenresidenz St. Antoniushaus mit insgesamt 155 Rettungskräften. November 2009: Großeinsatz in der Neustraße. Januar 2010: Dachstuhlbrand Linzhausenstraße mit insgesamt 125 Rettungskräften. Alle Einzelheiten zu den oben genannten Ereignissen und weitere interessante Geschichten können Sie nachlesen in unserer  Festschrift, die wir 2010 zu unserem 125- jährigen Bestehen herausgebracht haben.